Der Gründungsimpuls: Wir sind keine Hochschule

Das Waldorf Institut Witten Annen ist einer von drei Ausbildungsorten in Deutschland, der eine Grundständige Ausbildung zum/zur Waldorflehrer*in anbietet. Diese Ausbildungsstätte wurde 1973 von Eginhard Fuchs, Johannes Kiersch und Gotthilf-Michael Pütz gegründet.

Anlass für die Gründung war das damalige Vorantreiben der Akademisierung der staatlichen Lehrerbildung mit der Folge, dass diese sich – so die Einschätzung der Gründer –  von der pädagogischen Praxis und somit vom Kind entferne.

Dieser Gründungsimpuls gilt für uns bis heute. Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsorten, an denen die Akademisierung weiter voranschreitet, schlagen wir einen besonderen Weg ein. Wir bieten bewusst keine Bachelor- oder Masterstudiengänge an, da wir durch eine Akkreditierung unser pädagogisches Leitbild nicht umsetzen könnten.

Wenn wir eine staatliche Akkreditierung anstreben wollten, müssten wir unsere Einrichtung aus den staatlich vorgegebenen Rahmenbedingungen heraus definieren. Unsere pädagogische Arbeit lebt von einem Konzept, das seine Wirkung in diesem Rahmen nicht entfalten kann, weil wir den Studierenden in den Mittelpunkt stellen und seine individuellen Entwicklungskräfte wecken wollen. Der Studierende soll sich selbstbestimmt handelnd und studierend erfahren können. Wir arbeiten so, weil wir glauben, dass dieser Weg den Anforderungen der Waldorfpädagogik am nächsten kommt. Steiners Grundgedanke „Jede Erziehung ist Selbsterziehung, und wir sind eigentlich als Lehrer und Erzieher nur die Umgebung des sich selbst erziehenden Kindes“ ist eine Forderung an den Lehrer, ständig an sich zu arbeiten. Dafür muss Raum in der Ausbildung sein.

Die Grundständige Ausbildung zum/zur Waldorflehrer*in

Waldorfpädagogik lebt von echten Begegnungen und breiten Erfahrungen in künstlerischen und praktischen Bereichen. Wir sind überzeugt, nur dann gute Lehrer*innen ausbilden zu können, wenn unsere Studierenden diese Erfahrungen „am eigenen Leib“ machen, wie sie es später auch mit ihren Schüler*innen machen werden. Menschliche Entwicklung heißt für uns, die Lebensbereiche nicht zu trennen, sondern sie in ihrer Wechselbeziehung immer bewusster wahrzunehmen und zu erkennen.

Im Rahmen der Grundständigen Ausbildung arbeiten wir eng mit den Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen und teilweise auch bundesweit zusammen. Das Studium ist ein Wechselspiel zwischen Phasen am Institut und Phasen in den Schulen. Die Studierenden haben dabei die Möglichkeit, ihr erlerntes Wissen in ihrer Praxisphase zu vertiefen. Sie können ihre eigenen Erfahrungen sammeln und das weitere Lernen zielgerichtet darauf aufbauen. Diese Form der Grundständigen Ausbildung zum/zur Waldorflehrer*in ist deutschlandweit einzigartig.

Künstlerische Prozesse zur Persönlichkeitsentwicklung

Einen wichtigen Bestandteil unseres Ausbildungskonzeptes bildet außerdem die Auseinandersetzung mit verschiedenen Künsten wie Malerei & Bildhauerei, Plastizieren, Schauspiel, Tanz und Sprachgestaltung, aber auch handwerkliche Tätigkeiten wie Holzwerken oder Schmieden.

Durch die Auseinandersetzung mit der Kunst wird die Persönlichkeitsentwicklung gefördert. Die Studierenden bekommen einen engeren Bezug zu sich, zu ihren Gefühlen sowie zu ihren persönlichen Stärken und Schwächen. Je besser sich die Studierenden kennenlernen, desto erfolgreicher können sie später als Lehrer*innen tätig sein.

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